Pyometra
wenn das Nicht-kastrieren lebensgefährlich wird
Bei Ylvi war von Beginn an geplant sie rechtzeitig zu kastrieren. Normalerweise macht man dies mit 4 bis 5 Monaten, oder man führt die Frühkastration durch, was ab 12 Wochen möglich ist. Bei den größeren Katzenrassen reicht es auch, sie mit 6 oder 7 Monaten zu kastrieren da die Geschlechtsreife erst mit 11 oder 12 Monaten eintritt. Als Ylvi zu uns kam, hatte sie Katzenschnupfen, danach Giardien und zum Schluss Darmbakterien. Diese Faktoren führten zu vielen Tierarztbesuchen und dem Entschluss, sie erst bei kompletter Genesung zu kastrieren. Ylvis erste Rolligkeit trat im Dezember genau zu Weihnachten ein. Wir hatten angenommen das wir mindestens bis zum Frühling Zeit haben, leider war das nicht so. Wieder zu Hause angekommen, bemerkten wir das sie sich auffällig häufig leckt. Zusätzlich hatte sie einen bräunlichen Ausfluss. Da gingen bei mir sofort die Alarmglocken an, also Ylvi geschnappt und auf zum Tierarzt. Da ich totaler Krankheiten-Google-Mensch bin, hatte ich mit der Diagnose gerechnet: Pyometra.
Was ist Pyometra?
Pyometra ist der Begriff zur Bezeichnung der eitrigen Entzündung der Gebärmutter. Am häufigsten sind Hündinnen betroffen. Aber auch bei Kaninchen und Meerschweinchen kann der Infekt auftreten. Bei Katzen entsteht die Infektion, wenn zum Ende der Rolligkeit, vermehrt Bakterien in den Uterus gelangen. Es entstehen Eitrige Entzündungen, welche aufgrund des geschlossenen Cervix, nach der Rolligkeit, nicht mehr ablaufen können. Wird dies nicht erkannt, dehnt sich die Gebärmutter bis zum platzen aus.
Symptome
Die Symptome der Infektion richten sich danach, ob es sich um eine geschlossene oder offene Pyometra handelt. Bei der offenen Pyometra fließt bräunlicher, eitriger Ausfluss aus der Scheide. Weitere Symptome können Lethargie, Appetitlosigkeit, Erbrechen, Durchfall und Polyurie sowie Polydipsie sein. Eine geschlossene Pyometra kann im späteren Verlauf die gleichen Symptome umfassen, ausgenommen des Ausflusses. Die geschlossene kann schneller zu einer Sepsis und zum Tod führen.
Aufgrund des Ausflusses handelte es sich bei Ylvi um eine offene Infektion. Es waren auch keine weiteren Anzeichen bei ihr zu erkennen.
Behandlung
Bei einem Zuchttier ist es theoretisch möglich die Infektion mit Antibiotika zu behandeln. Doch im Normalfall macht nur eine Not Operation Sinn, um das Leben des Tieres zu retten. Trotzdessen das Freya eigentlich für die Zucht geplant ist, hätte ich mich auch bei ihr für die Not OP entschieden, wenn sie an Ylvis Stelle gewesen wäre. Ein Leben zu retten ist sinnvoller als das Tier für die Zucht einzusetzen. Bei der Operation wird dann der komplette Eierstock inkl. Gebärmutter entfernt. Das ganze konnten wir uns sogar im nach hinein anschauen, was extrem interessant ist und ich jeden empfehlen kann. Der Unterschied ist auch total krass. Normalerweise ist die Gebärmutterwand sehr dünn, bei der Entzündung schwillt sie enorm an. Leider habe ich davon kein Bild, habe hier seht ihr einmal die frische Narbe und Stand jetzt, fast ein halbes Jahr später.
Natürlich war die Kastration mit einem hohen Risiko verbunden und ich hatte große Angst, doch Ylvi hat das super gemacht. Außerdem sind wir auch bei einer Top Tierärztin. Die Narbe ist größer als bei einer normalen Kastration. Nach 10 Tagen werden die Nähte gezogen.